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Diese Seite beschäftigt sich mit der Forderung
nach einem Dogma der Miterlöserschat Mariens, die vornehmlich in den
Privatoffenbarungen rund um die "Frau aller Völker" erhoben werden.
Miterlösung: Begriffe sind oft zweideutig
Für sich sind Begriffe einmal vieldeutig, und sie können je
nach Kontext, in denen sie gesprochen werden, etwas Wahres oder etwas
Falsches aussagen. Von denjenigen, die ein solches Dogma verlangen,
wird leider oft nicht klar und deutlich erklärt, was sie mit dem
Begriff "Miterlöserin" verstehen.
Ich pläddiere dafür, die "theologische Ideen" ins
Auge zu fassen und nicht auf den Begriff als solchen zu verharren. Manche
Gedanken und Erkenntnisse sind so tief, daß Worte unzureichend
sind, um sie mit menschlichen Begriffen zu fassen. Und wenn Begriffe
"vieldeutig" sind, verschiedene Ideen meinen könnten,
dann gilt es heraus zu kristallisieren, welche von den zugrundeliegenden
Ideen gemeint ist. Es kann sein, daß man mit dem Begriff eine
Wahrheit oder eine Häresie vor Augen hat, darum ist theologische
Klärung nötig.
Privatoffenbarungen leider ohne theologische Klärung
Es wird von Anfang an in den Botschaften, die die Seherin Ida Peerdeman
übermittelt hat, gefordert, daß der Begriff als solcher zum Dogma erhoben
wird. Als dann Theologen und Kirchenleute gefragt haben, was man damit
meint, kam prompt die Antwort aus einer neuen Privatoffenbarung, der
Beweis liege in den Worten der Erscheinung. Sodann werden die Theologen
eingeladen, über die Tradition nachzudenken, was denn wohl mit
dem Begriff gemeint sei, und gleich danach wird der Wunsch geäußert,
der Papst möge das Dogma erklären, während sich die Theologen
"dem Willen des Sohnes beugen" sollen; mit anderen Worten,
sie sollen den Begriff papageienhaft wiederholen, ohne daß jemand
wirklich weiß, was damit gemeint ist.
Ein kleiner Funke Wahrheit
Da ich der Meinung bin, daß ein kleines Senfkorn Wahrheit in dem
Ganzen steckt, und weil es von Seiten der Befürwortern gute Ansätze
gibt, eine gesunde Interpretation zu finden, möchte ich mit diesen
Seiten den Versuch einer theologischen Klärung starten, und Leute
einladen, durch die Seiten zu stöbbern und mit an der Diskussion
teilzunehmen.
Was "Erlösung" eigentlich heißt
Im Kern heißt "Erlösung" für mich, der Loskauf
vom Joch der Sünde. Das Wort kommt vom Griechischen "Lutron",
und das heiß das Lösegeld.Was Jesus am Kreuze tut, ist das
Ja Gottes zu den Sündern, ein Vertrauensvorschuß. Gott möchte
die Sünden vergeben, das drückt sich von der Offenbarung her
in dem, was Jesus tut. "Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht
was sie tun!" Letztlich zwingt Gott niemand in den Himmel, aber
wie schon der Heilige Augustinus meinte, Gott ist so voller Liebe, daß
es bestimmt schwieriger ist, in die Hölle zu kommen.
Die eine Seite der Medaille bei der Erlösung ist also der erste
Vergebungsvollzug Gottes, und die andere Seite ist, Jesus wird selbst
zum Opferlamm, er wird zum Sündenbock für die Sünden
der ganzen Welt, was quasi mehr eine mystische Bedeutung hat. Jesus
leidet für unsere Sünden; dies hat auch Bedeutung! Diese Hingabe
Jesu drückt sich sodann im Geheimnis der Eucharistie wieder, wo
er ein Teil unser wird.
Was manche mit "Miterlösung" eigentlich meinen
Was die Befürworter des Dogmas der Miterlösung aber meinen,
das ist das Leiden eines jeden Heiligen für die Sache Gottes, insbesonders
das Leiden der Jungfrau. Dieses Leiden ist nicht für die Katz,
sondern hat seinen tiefen Sinn. Dennoch ist der Gebrauch des Begriffes
deshalb problematisch, weil er von der Schrift her im Kern etwas anderes
meint.
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